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Verpasste Wachablösung: Rekordchampion Westbevern siegt erneut

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Erneut der Champion: Der RV Gustav Rau Westbevern mit (v.l.) Karin Schulze Topphoff, Kathrin Kolkmann, Mannschaftsführerin Tanja Alfers, Sabine Schulze Beckendorf, Daniela Beuing, Nina Stegemann und Annika Schnüpke gewann zum siebten Mal in Serie die Wanderstandarte. Foto: Jürgen Peperhowe



Münster - Der Rekordchampion hatte die Tür sperrangelweit geöffnet. Im abschließenden Springen, in das der RV Gustav Rau Westbevern als Jäger gegangen war, hatte der 35-malige Sieger gepatzt und mit nur einer Nullrunde zu wenig Druck auf den RV Nienberge-Schonebeck und den nach zwei Prüfungen führenden RV St. Georg Saerbeck ausgeübt. Vermeintlich.


Von Henner Henning (Westfälische Nachrichten Münster)

Denn die beiden Herausforderer nutzten die Gunst der Stunde nicht und ließen in einem dramatischen Finale die Möglichkeiten auf eine Wachablösung aus. Und so hieß der Sieger im Wettkampf um die Wanderstandarte der Stadt Münster einmal mehr Westbevern – zum siebten Mal in Serie.

„Dabei hatten wir es ihnen eigentlich leicht gemacht. Ich hatte mit einer Nullrunde mehr von uns gerechnet, und die saß auch drin“, sagte Westbeverns Mannschaftsführerin Tanja Alfers, die nach den Ritten ihrer Schützlinge die Titelverteidigung abgehakt hatte. Einzig Kathrin Kolkmann als Eröffnungsreiterin ihrer Equipe blieb fehlerfrei, danach folgten fünf Runden mit Abwürfen oder Zeitfehlern. Zehn Strafpunkte wanderten auf das Konto des vor dem Schlusstag Drittplatzierten, der damit die Führung vom RV Roxel übernahm.

Die Münsteraner hatten sich zuvor mit nur einem Abwurf von Rang sechs nach vorne geschoben und belegten in der Endabrechnung den dritten Rang. „Damit sind wir sehr happy. Das Glück, das wir am Donnerstag nicht hatten, hatten wir dafür am Samstag“, sagte Reitlehrerin Karin Richter. Die in der Kür erlittenen Enttäuschung war vergessen. 

Nach dem Westbeverner Ergebnis durfte sich Schonebeck ebenfalls zehn Strafpunkte erlauben, hatte nach den Ritten von Jennifer Rotert (4 Zähler) und Melanie Geßmann (1) bereits die Hälfte des Kontingents aufgebraucht. Aber es kam noch dicker, Clarissa Wildermann (8), Sabrina Geßmann (21), Jakob Werner (4) und Elea Landolfi (13) stockten das Resultat auf, Schonebeck  fiel hinter den Titelverteidiger zurück.

Nun lag es also an Saerbeck, die Einladung anzunehmen. Drei Abwürfe hatte das Team von Melanie Ottmann gut, die Voraussetzungen waren bestens. Allein es wollte nicht klappen im Parcours, obwohl Melanie Jankord mit nur einem Zeitfehler ordentlich vorgelegt hatte. Es spitzte sich zu, drei aus vier hieß es für die Ottmann-Truppe, die nun das Nervenflattern bekam – und dies vergrößerte Laura Hartken mit ihren 17 Zählern noch. Zwar brachte Julina Liebrecht trotz einer Verweigerung am ersten Hindernis mit fünf Punkten die Hoffnung zurück, diese aber platzte auf bittere Weise.

Zwei Abwürfe plus einen Zeitfehler von Christina Nordhues („Ich habe keinen Rhythmus reinbekommen“) setzten Rainer Nottmeier unter Druck – und der wurde angesichts der zu liefernden Nullrunde zu groß. Zwischen den Sprüngen der zweifachen Kombination katapultierte es ihn aus dem Sattel. Aus und vorbei, der Sturz auf Platz acht war die bittere Folge. „Unsere Führung war weg, da war ich natürlich nervös. Vielleicht hätte ich mehr reiten und weniger nachdenken sollen“, sagte Nottmeier, der erstmals bei einem Turnier die Sute Lucy geritten hatte.

Das Pech der einen, war das Glück der anderen. „Dieser Sieg kam unverhofft. Es tut mir leid für Saerbeck und Schonebeck. Ich hätte es ihnen gegönnt“, so Alfers, die in guter alter Tradition die Ritte ihrer Equipe und die der Konkurrenz auf der Leinwand am Abreiteplatz verfolgt hatte – und dort in guter alter Tradition die Glückwünsche entgegennahm.